BNE-Fachtag auf Schloss Homburg

Starkes Signal für nachhaltige Bildung: BNE-Fachtag auf Schloss Homburg bringt Schulen und Akteure zusammen
Nachhaltigkeit ist eine der großen Bildungsaufgaben unserer Zeit. Wie sie konkret in Schulen umgesetzt und durch außerschulische Partner unterstützt werden kann, stand im Mittelpunkt des ersten BNE-Fachtags auf Schloss Homburg. BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung – befähigt Menschen dazu, zukunftsfähig zu denken und zu handeln und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs).
Ziel der Veranstaltung war es, Lehrkräfte und außerschulische Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) miteinander ins Gespräch zu bringen, neue Impulse für die Unterrichtspraxis zu geben und Kooperationen anzustoßen. Fast 100 Lehrkräfte und BNE-Akteure folgten der Einladung – ein deutliches Zeichen für das wachsende Interesse an Bildung für nachhaltige Entwicklung. Der Fachtag hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Oberbergischen Kreis ist. Zahlreiche Initiativen und Vereine, die sich oft ehrenamtlich für das Thema einsetzen, haben ihre Arbeit vorgestellt. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viele Schulen und Lehrkräfte BNE inzwischen als festen Bestandteil ihres Bildungsauftrags begreifen und mit großem Einsatz daran arbeiten, das Thema in Unterricht und Schulkultur zu verankern.
Der Fachtag zeigte somit eindrucksvoll, wie BNE als Querschnittsaufgabe den Unterricht in Schulen bereichern und Schulen zukunftsfähig machen kann. Ein Höhepunkt war dabei der inspirierende Vortrag von Prof. Dr. Thomas Hoffmann (Leuphana Universität Lüneburg), der nicht nur die Frage aufwarf, ob Unterricht nicht stärker lösungs- statt problemorientiert gestaltet werden sollte, sondern auch konkrete didaktische Hinweise und praxisnahe Anregungen gab. Die Teilnehmenden verfolgten den Vortrag aufmerksam und ließen sich von den Impulsen zum Nachdenken anregen.
Auch künstlerisch wurde die Veranstaltung bereichert: Mit einer eindrucksvollen Theaterintervention machte das Ensemble Theater for Future aus Köln exemplarisch den Einsatz von Pestiziden zum Thema und regte die Zuhörenden zu kritischem Nachdenken über Nachhaltigkeit und ökologisches Handeln an.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch praxisnahe Workshops: Das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Engelskirchen, das selbst über eine eigene BNE-Fachgruppe verfügt, zeigte praxisnahe Ansätze auf, wie BNE systematisch und dauerhaft in Unterricht und der Institution Schule verankert werden kann. Patricia Mauel, Lehrerin am Aggertal-Gymnasium in Engelskirchen, stellte mit FREI DAY ein innovatives Bildungskonzept vor, das Schülerinnen und Schülern regelmäßig Freiraum gibt, eigene nachhaltigkeitsbezogene Projekte zu entwickeln und umzusetzen – ein Ansatz, der bereits in vielen Schulen erfolgreich praktiziert wird. Colin Knura, Lehrer am Wüllenweber-Gymnasium in Bergneustadt, gab in seinem Workshop schließlich Einblicke in den Prozess zur „Schule der Zukunft“. Er machte deutlich, wie schulische Entwicklungsprozesse gestaltet werden können, damit BNE nicht nur punktuell, sondern als Leitprinzip in der gesamten Schulkultur verankert wird. Das große Engagement aller Beteiligten – von den Workshop-Anbietern über die Ausstellerinnen und Aussteller bis hin zu den Lehrkräften – wurde von allen Seiten sehr geschätzt, und es entstand bereits der Wunsch, dieses Format künftig regelmäßig anzubieten, um Schulen und außerschulische Akteure noch enger zu vernetzen.




